Schnapsbrenner

Blutwurz-Schnaps Marke Eigenbau

Siegfried Maurers Herz schlägt für Äpfel, Birnen, Zwetschen, Nüsse. In flüssiger Form. Als Brand oder Likör. Denn der Herr mit dem fröhlichen Schnauzbart ist Schnapsbrenner von Beruf. Und was für einer! Bei ihm kommt nur die eigene Ernte in die Flasche. Kein Wildkraut in der Umgebung von Unterferlach in Kärnten ist vor ihm sicher. Wobei er mit Augenmaß zur Sache geht. Kein Pflänzchen, das unter Naturschutz steht oder vom Aussterben bedroht ist, würde er jemals aus der Erde reißen. Sagt er mit Nachdruck. Und wenn man in seine warmen, braunen Augen schaut, glaubt man ihm.

Schnapsbrenner

Schnapsbrenner

Er, der das Handwerk von seinem Vater gelernt hat, hat ebenfalls höchst ungewöhnliche Kreationen in seinem Repertoire. Von Spirituosen mit Nüssen, Kräutern, Kirschen, Himbeeren hat man ja schon gehört. Aber er braut Köstliches auch aus Blutwurz (Foto), Latschenkiefer, Zirben, sogar Kalmus zusammen. Nie gehört? Letzteres ist eine Schilfart, die ursprünglich aus Asien stammt, aber schon lange auch in unseren Breitengraden zuhause ist. Es handelt sich dabei, wie beim Blutwurz auch, um eine Heilpflanze, die als kräftigend und appetitanregend gilt. Und die Wurzeln der Sumpfpflanze nutzt Siegfried Maurer eben für seine Zwecke.

Die Getränke sind alle wahrlich hausgemacht. Bei Wind und Wetter ziehen sie ein geschlagenes halbes Jahr auf dem Balkon des Schnapsbrenners, ein weiteres halbes Jahr reifen sie in seinem dunklen Keller mit Lehmboden nach. Fertig ist der Digestif oder Aperitif, ganz wie man mag. „Je älter der Schnaps oder Likör ist, desto harmonischer wird er im Geschmack“, sagt Maurer stolz und gießt einen tiefroten Ribiseltrunk ein. So nennen die Österreicher die Johannisbeere.

Süffig schmecken sie, seine Schnäpschen, mal fruchtig, mal kräuterig, mal fast ein bisschen so wie Medizin – wie der Kalmuslikör mit seiner leicht herb-bitteren Kampfernote. In jedem Fall wurde Maurer mehrfach landesweit ausgezeichnet. Ein Könner eben.