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„Two leaves & a bud“

Stippvisite in einer Teefabrik auf Sri Lanka: Zwei Blätter und die Spitze – das ist eine der goldenen Teepflückerinnen-Regel, auch auf Sri Lanka. Und natürlich gilt das auch in einer der ältesten noch existierenden Teefabriken des Landes, im Geragama Estate in Pilimathalawa – nur 30 Minuten mit dem Tuk-Tuk von der ehemaligen Königsstadt Kandy entfernt. Seit 1903 wird dort Tee produziert. Alle Sorten vom feinen Golden Tea, für den nur die jungen Spitzen verwendet werden, bis hin zu Broken-Sorten, die von minderer Qualität sind und oft im Teebeutel enden.

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Die Teefabrik kann man kostenlos besichtigen. Man sieht Trockenbetten, Sortiermaschinen, Rollmaschinen. Alles für den Tee. Es herrscht eine unglaubliche Hitze, 35 Grad Celsius. Doch die Arbeiterinnen scheint das nicht zu stören, sie sind solche Temperaturen gewohnt. Ein „It’s so hot here“ beantworten sie nur beiläufig einem kurzen Lächeln. Was diese Ausländer immer haben. Ist doch immer so.

Es war im Jahr 1867, als die Teepflanzen nach Ceylon eingeführt, wie der frühere Name des Landes lautet, den ihm die Briten gegeben haben. Auf die Idee war der Schotte James Taylor gekommen, der entschlossen war, herauszufinden, in welchen Höhen eine Teepflanze in dieser Region am allerbesten gedeiht. In Zonen bis rund 660 Metern über dem Meeresspiegel (low-grown), zwischen 660 und 1.320 Metern (mid-grown) oder gar in luftigen Höhen über 1.320 Metern (high-grown)? Und welche Böden, welches Klima sind für die Pflanzen mit dem wissenschaftlichen Namen Camellia sinensis am Vorteilhaftesten? Zwölf Jahre währte diese Testphase, bevor die Besatzer aus Großbritannien sich entschieden, die immergrünen Sträucher im großen Stil anzubauen. James Taylor mit seinem Pioniergeist ist, wenn man so will, der „Vater“ des weltberühmten Ceylon-Tees! Übrigens können die Pflanzen bis zu 120 Jahre alt werden!

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Man hoffte damals auf Exporterfolge der aromatischen Blätter. Man hatte sie – und hat sie bis heute. Denn lange nach der Unabhängigkeit im Jahr 1948 von Großbritannien setzen die Einheimischen weiter auf Tee. Heute gehört Sri Lanka nach Angaben des Sri Lanka Export Development Board weltweit zu der drittgrößten Exportnation für Tee, schickt ihn im Wert von rund 1,5 Billionen Dollar über 40 Länder.

Die Teefabriken zählen auch die den größten Arbeitgebern des Landes. Und die Jobs dort sind begehrt. Rund 250 US-Dollar kann man dort im Monat verdienen. Ein akzeptabler Lohn in einem Land wie Sri Lanka, denn Unterkunft und Verpflegung wird dazu noch gestellt.